Blakley neuer Offense-Koordinator

Kaum steht der Aufstieg der Dukes in die GFL1 fest, haben die Planungen für die Saison 2017 auch schon begonnen. Als erstes präsentieren die Dukes einen neuen Offense-Koordinator – der aber so neu gar nicht ist. Andrew Blakley nämlich, der im August 35 Jahre alt geworden ist, beendet seine Spielerkarriere und steht zusammen mit Headcoach Eugen Haaf und Defense-Koordinator Mike Wittmann künftig an der Außenlinie.

andrewDer Top-Scorer der vergangenen Jahre ersetzt Roland Ertl, der diese Funktion bisher innehatte. „Ich habe Blakley schon 2013, als er aus Österreich zu uns kam, eine Perspektive für die Zeit nach seiner aktiven Laufbahn geboten. Und weil der Zeitpunkt jetzt gekommen ist, habe ich ihm diese Position angeboten. Ertl hätte dafür in anderer Funktion im Coaching-Staff weitermachen können, aber das wollte er nicht. Deshalb haben wir uns einvernehmlich getrennt. Ich bedanke mich für die Zusammenarbeit, er hat hier gute Arbeit geleistet“, begründet Haaf den Schritt.

ertlErtl bestätigt diese Aussage, gibt aber auch zu, dass ihn diese Entwicklung sehr schmerzt. „Ich war total überrascht, weil man als Trainer nach einer so erfolgreichen Zeit nicht damit rechnet, aber so ist das Trainerleben“, nimmt er das Ganze professionell. „Natürlich liegen mir die Dukes weiter sehr am Herzen und ich wünsche allen nur das Beste. Die Spieler sind nach wie vor meine Buben, ich habe in den zwei Jahren hier den Kader ja weitgehend mit aufgebaut.“ Und für die Zukunft sieht er das Team auf einem sehr guten Weg: „Wenn dieser Kader weitgehend erhalten bleibt, können die Dukes um die Play-offs mitspielen, da lege ich mich jetzt schon fest.“

Haaf ist von seinem neuen Mann an der Seite bereits voll überzeugt: „Andrew ist der geeignete Mann, weil er die erste Liga in Deutschland und Österreich kennt und auch mit den Strukturen bei den Dukes voll vertraut ist.“ Zudem steht ihm mit dem neuen Jugend-Headcoach Frank Roser noch ein erfahrener Mann als Assistent zur Seite. Roser gilt als einer der besten und erfolgreichsten Nachwuchstrainer und hat bereits die deutsche Jugendnationalmannschaft und die bayerische Auswahl gecoacht.

Frank Roser (li.) mit Bill Callahan (Dallas Cowboys, re.)

Frank Roser (li.) mit Bill Callahan (Dallas Cowboys, re.)

Erfahrungen hat er nicht nur als Spieler der Innsbruck Raiders, der Munich Cowboys, der Valencia Firebats oder der Stuttgart Scorpions gesammelt, sondern auch als Offense-Koordinator bei den Munich Cowboys und den Kirchdorf Wildcats. Zudem hat er sich in zahlreichen Workshops und Lehrgängen weitergebildet, unter anderem bei den NFL-Klubs Dallas Cowboys und Cincinnati Bengals.Der 32-Jährige soll sich aber auch besonders um den Nachwuchs der Dukes kümmern, weshalb er gleichzeitig als Headcoach der Jugend installiert wurde. „Er soll die Spielphilosophie der 1. Mannschaft auch bei der Jugend etablieren, weil dadurch Jugendspieler besser an das Herrenteam herangeführt werden können“, umreißt Haaf die Aufgabe für Roser, den er schon seit über einem Jahrzehnt gut kennt: „Ich bin total überzeugt von ihm und freue mich sehr auf die Zusammenarbeit.“

Roser selbst sieht der Arbeit in Ingolstadt ebenfalls hoffnungsvoll entgegen: „Ich lege Wert drauf, Spaß zu vermitteln und den Jugendlichen alles beizubringen, was im Football wichtig ist.“

Auch darüber, wie er noch mehr Nachwuchsspieler für die Dukes gewinnen will, hat er sich schon Gedanken gemacht. „Ich versuche einen Wettbewerb zu starten, dass derjenige, der mir die meisten Jugendspieler bringt, einen Preis erhält. Auch wäre ich nicht abgeneigt, ein geeignetes Projekt an den Schulen zu starten. Anfang November findet dann eine Info-Veranstaltung statt, und im November und Dezember kann jeder, der Interesse hat, beim Training vorbeischauen und testen, ob dieser Sport für ihn geeignet ist.“ Stolz verweist er auf ähnliche Aktionen in Augsburg, wo er den Kader der Jugendspieler von acht auf am Ende mehr als 30 vergrößern konnte.

Es gibt für Roser also noch einiges zu tun in den kommenden Monaten, doch geht er optimistisch an die Situation heran, ist es bei einem so erfolgreichen Klub doch um einiges einfacher, sportlich talentierte Jugendliche für diese Sportart zu gewinnen. „Man muss eben die Leidenschaft für diesen Sport wecken“, sagt Roser. Was ihm bei all seiner Erfahrung sicherlich nicht schwer fallen wird.

GFL1 – wir kommen: Dukes schlagen die Bandits mit 60:0

Das war nochmal ein Spektakel zum Abschied aus der GFL2! Denn mit 60:0 (18:0, 21:0, 7:0, 14:0) fegten die Dukes die Rhein Neckar Bandits vom Platz und machten damit den Aufstieg in die GFL1 endgültig perfekt. Wobei niemand daran gezweifelt hatte, dass dieses Ziel nicht mehr erreicht werden könnte, nachdem die Ingolstädter schon in Mannheim mit 41:6 erfolgreich waren.

Umso erstaunlicher, dass das ESV-Stadion noch einmal prall gefüllt war. Noch wenige Minuten vor Spielbeginn standen lange Schlangen vorm Eingang. Und auch wenn es fast um nichts mehr ging, so legten sich die Dukes-Akteure noch einmal mächtig ins Zeug und bescherten ihrem Anhang einen denkwürdigen Abend.

Von Anfang an stürzten sie den jetzt als Absteiger feststehenden Erstligisten von einer Verlegenheit in die nächste. Noch einmal zauberte das Team von Headcoach Eugen Haaf tolle Spielzüge aufs Feld, wobei sich diesmal vor allem Marc Simone hervortat. „Meine Eltern sind extra von Kanada eingeflogen, um heute dabei zu sein. Da hatte ich ihnen zwei Touchdowns versprochen. Dass es jetzt sogar vier geworden sind, freut mich umso mehr.“

Seine eindrucksvollen Läufe übers ganze Feld waren die Höhepunkte einer noch einseitigeren Partie als im Hinspiel. Allerdings waren die Mannheimer auch nur mit einer Rumpftruppe gekommen. Weil ihre US-Importe nach dem Hinspiel-Debakel bereits zurück in die Heimat geflogen waren, kamen auch einige Jugendspieler zum Einsatz. „Respekt, dass die Bandits überhaupt noch gekommen sind, nachdem sie sich natürlich darüber im Klaren waren, dass sie keine Chance mehr haben“, rechnete Haaf den Mannheimern ihr Engagement hoch an.

Für die Trainer gilt jetzt mehr denn je das alte Sprichwort „nach der Saison ist vor der Saison“. Denn schon jetzt müssen sie sich intensiv Gedanken machen über die bevorstehende Spielzeit in der Eliteliga. „Wir wollen in der GFL1 nicht die Prügelknaben sein, sondern mit einer schlagkräftigen Mannschaft ins Rennen gehen. Aber dazu fehlen uns noch einige Sponsoren“, macht sich Haaf schon Sorgen, wobei er aber hofft, dass die Dukes als Erstligist, der noch dazu stets so viele Zuschauer ins Stadion lockt, auch für weitere Sponsoren interessant sind.

Ähnlich sieht es auch Defense-Koordinator Mike Wittmann, der erleichtert war, das die Saison jetzt vorbei ist und er nun seinen Bart wieder abnehmen kann. Mitte der Saison hatte er die Rasur nämlich eingestellt, weshalb er zuletzt durchaus auch die Rolle eines Seeräubers in einem Hollywood-Klassiker hätte übernehmen können. Den Spielern versprach er: „Ihr dürft jetzt Party machen so lange ihr wollt. Das habt ihr euch verdient.“

Bleibt nur noch zu erwähnen, wer am Samstag außer Simone für die Dukes gepunktet hat: Alan Reed nach einer Interception und einem tollen Lauf übers ganze Feld, Timo Benschuh, Jan Hochschild und Sebastian Fürbacher erzielten jeweils einen Touchdown, Zoran Sisak gelangen ein Fieldgoal und sieben Extra-Kicks und zwei Punkte gab es für ein Safety duch Joshua Morgan. Jerome Morris, sonst einer der fleißigsten Punktesammler ging dieses Mal leer aus. Dafür überzeugte er nach Spielschluss als Sänger bei einem gemeinsamen Auftritt mit der mexikanischen Rapperin Taiga Trece, die den Fans vor und nach dem Spiel einheizte.

Die GFL1 zum Greifen nah

Das war wieder einmal eine tolle Vorstellung! Mit 41:6 gewannen die Dukes ihr Relegations-Hinspiel zur GFL1 bei den Rhein-Neckar Bandits und sind damit dem Aufstieg jetzt ganz nah. Dass nach dem souveränen Auftritt in Mannheim noch etwas schief gehen könnte, glaubt jetzt niemand mehr, zumal sich die Gastgeber am 1. Oktober (19 Uhr, ESV-Stadion) sogar eine Niederlage mit 34 Punkten Unterschied leisten könnten. Doch Headcoach Eugen Haaf und seine Truppe sind ehrgeizig genug, dass sie auch dieses Spiel noch gewinnen wollen – und dass dies auch der Fall sein wird, bezweifelt kaum noch jemand.

„Da muss ich wirklich nicht mehr zittern“, entspannt sich Haaf erstmals in der Relegation ein wenig. Nicht nur die mitgereisten rund 100 Dukes-Fans, auch die einheimischen Zuschauer spendeten dem Ingolstädter Team noch lange nach Spielschluss großen Applaus, weil sie die klare Überlegenheit der Ingolstädter neidlos anerkannten.

„Die Mannheimer haben ja vor dem Spiel verkündet, sie hätten als Erstligist mehr Speed als wir, aber sie haben uns absolut vor keine Probleme gestellt“, zeigt sich Offense-Koordinator Roland Ertl überrascht von der Harmlosigkeit des Gegners. Deshalb macht auch er sich keine großen Sorgen mehr vor dem Rückspiel.

defenseEinmal mehr erwies sich die Defense der Dukes als unüberwindbares Bollwerk gegen das selbst der sonst überragende Bandits-Quarterback Quinn Epperly kein Rezept fand. Nur zweimal kamen die Gastgeber der Ingolstädter Endzone gefährlich nahe. Zunächst nahm Max Macek einen Punt der Gastgeber kurz vor der Endzone unnötigerweise auf und ließ dann den Ball auch noch fallen. Weil nach dem vierten Versuch eine Flagge der Schiedsrichter kam und der Spielzug neu begann, hatten die Bandits gleich acht Versuche, den Ball die fehlenden zwei Yards in die Endzone zu tragen, doch selbst das schafften sie nicht.

 

blakelyAls wenig später die Ingolstädter mal von der 20-Yard-Linie punten wollten und dabei einen Spieler übersahen, der Sammy Farghali angriff, konnte Freeman den Ball ablocken und in der Endzone aufnehmen. Das war das einig Zählbare, was der Erstligist im ganzen Spiel zustande brachte. Da aber waren die Dukes bei einer 21:0-Führung längst auf dem Erfolgsweg. Andrew Blakley und zweimal Timo Benschuh waren für die Ingolstädter erfolgreich gewesen, wobei ein weiterer korrekter Touchdown von Blakley von den nicht immer souverän pfeifenden Unparteiischen nicht gegeben worden war. Dagegen war es korrekt, dass ein weiterer Touchdown durch Mark Simone nicht gegeben wurde, weil der Franko-Italiener – im Gegensatz zu Blakley – knapp außerhalb des Feldes aufkam.

Auch dieses Mal erwischte es zwei Spieler der Dukes, die frühzeitig verletzt raus mussten: Simon Schwetz und Andreas Biendl. Schwetz, der nach langer Verletzungspause erst vor zwei Spielen sein Comeback gestartet hatte, zog sich eine schwere Knieverletzung zu. Aber so wollte er die Saison offenbar nicht beenden. Er ließ sich von Physiotherapeut Matthias Klein soweit behandeln, dass er noch mal kurz aufs Feld zurück konnte. Und prompt gelang ihm noch ein Touchdown zum 27:6-Halbzeitstand. Danach verwalteten die Dukes die Partie nur noch und erhöhten durch Jerome Morris und Blakley noch auf 41:6. Für die Aufstiegs-Party am 1. Oktober ist damit angerichtet.

Folgt der Meisterfeier noch eine Aufstiegsparty ?

„Wir haben den Meistertitel und die perfect season – jetzt fehlt uns nur noch eine Kleinigkeit zum Triple“, zog Headcoach Eugen Haaf eine positives Fazit unter die zweite Saison der Dukes in der GFL. Wohlwissend, dass es gegen die Rhein Neckar Bandits wohl um einiges schwieriger wird, als es auf dem Papier aussieht. Denn das Team aus Mannheim – in den beiden Relegationsspielen Gegner der Herzöge (17./18. September in Mannheim und 1. Oktober im ESV-Stadion) – blieb in der GFL1-Saison zwar ohne Punktgewinn und weist ein Touchdown-Verhältnis von 171:708, doch gerade für die Playoffs hat es sich noch einmal viel vorgenommen.

Deshalb warnt auch Linebacker Joshua Morgan vor den bevorstehenden Begegnungen:„Bisher haben wir genau das erreicht, was für uns vorgenommen haben, aber wir haben noch nicht alles erreicht. Die Saison ist perfekt gelaufen, aber jetzt kommen noch zwei Spiele, bei denen es gilt. Da bleibt noch eine Menge Arbeit. Wir dürfen die Bandits nicht unterschätzen, denn ein Gegner aus der GFL1 ist immer ernst zu nehmen.“

Vielleicht fehlt den Bandits angesichts von mehr als 50 Touchdown-Minuspunkten pro Spiel ja ein überragender Abwehrspieler wie es Morgan für die Dukes ist. Denn der US-Amerikaner wurde nach dem letzten Punktspiel gegen die Ravensburg Razorbacks zusammen mit Quarterback Rick Webster zum MVP, dem wertvollsten Spieler der Saison, geehrt. „Die Wahl zum MVP bedeutet mir nicht so viel. Natürlich, ich bin dankbar für die Auszeichnung, aber ich muss mich vielmehr bei all den Mannschaftskameraden bedanken, die zu unserer guten Leistung beigetragen haben und die alle diese Auszeichnung verdient hätten“, verteilte Morgan artig Komplimente.

UnbenanntAls kurz danach Florian Langer, der Vizepräsident des American Football Verbandes Bayern, den Meisterpokal an Defense-Koordinator Mike Wittmann überreichte, kannte der Jubel bei den 1300 Fans keine Grenzen mehr. Zuvor hatte der Meister der Zweiten Football-Bundesliga sein letztes Heimspiel der Punktrunde gegen die Ravensburg Razorbacks mit 49:24 gewonnen. Von der Überlegenheit der Gastgeber konnte sich dabei auch Ingolstadts Bürgermeister Christian Lösel ein Bild machen, der das Geschehen im ESV-Stadion aufmerksam verfolgte.

 

Die Partie begann zwar etwas schleppend, doch mit zunehmender Spieldauer setzte sich dann die Klasse der Dukes, die etliche angeschlagene Spieler pausieren ließen, durch. „Am Anfang war das heute ganz schön nervig“, übte Haaf ein wenig Kritik, war aber letzten Endes auch zufrieden, dass sein Team am Ende noch zulegen konnte. Jeweils zwei Touchdowns gingen auf das Konto von Timo Benschuh, Jan Hochschild und Andrew Blakley, Jerome Morris war einmal erfolgreich. Für die Gäste brachten Michael Mayer, Andreas Lo Meo und der starke Quarterback Guy Hill den Ball in die Endzone, dazu kam ein Fieldgoal durch Martin Gindele.

Wieder eine perfect season für die Dukes, die schon zum dritten Mal das Kunststück fertigbrachten, eine Spielzeit ohne Niederlage zu überstehen. In der Landes- und in der Regionalliga hatte es das schon einmal gegeben, doch dass dies nun auch in der zweithöchsten deutschen Spielklasse gelang, erfüllt die Verantwortlichen schon mit Stolz. „Das ist schon ganz etwas Besonderes, das muss ich aber auch erst einmal sacken lassen“, blickte Haaf, der seit der ersten Stunde dabei ist, zurück auf eine neunjährige Erfolgsgeschichte.

Da störte es ihn auch nicht, dass er über und über mit einem Erfrischungsgetränk beklebt war, das ihm seine jubelnden Spieler als Meisterdusche „verpasst“ hatten. Wobei er auch ins Schmunzeln kam, denn: „Der Roland Ertl wollte noch flüchten, doch den habe ich dann mir dann gepackt.“ Und mit einem Tackle wie zu seiner besten aktiven Zeit riss Haaf den Offense-Koordinator zu Boden, der dann die Freude seiner Spieler ebenfalls zu spüren bekam.

Bis Mitternacht feierten Spieler, Trainer, Verantwortliche zusammen eine tolle Meisterfeier. Und das schon wieder in trockener Kleidung. „Ich werde jetzt erst einmal saubere Klamotten anziehen und dann kräftig feiern“, meinte Haaf wenige Minuten nach Spielschluss. Man merkt eben, dass der Mann schon viel Erfahrung mit Jubelfeiern hat – es war ja auch nicht seine erste. Sechs Mal ist er seit der Gründung der Dukes vor neun Jahren als Trainer schon aufgestiegen. Vielleicht kann er Nummer sieben schon in einem Monat vorweisen. Dann sollte er die trockenen Klamotten auf keinen Fall vergessen…

Dukes sind vorzeitig Meister und nehmen nun Anlauf in die GFL 1

Glückwunsch zur Meisterschaft! Mit einem nie gefährdeten 58:13-Sieg bei den Franken Knights haben sich die Dukes den Titel in der GFL 2 Süd gesichert und sich damit für die Playoffs gegen den Tabellenletzten der GFL 1 qualifiziert. „Ich bin froh, dass jetzt alles durch ist. Nun würde eine perfect season die ganze Sache noch abrunden“, dachte Headcoach Eugen Haaf schon an das letzte Punktspiel am kommenden Samstag gegen Ravensburg (19 Uhr im ESV-Stadion).

Meisterfeier im ESV-Stadion

Dabei soll nicht nur die „weiße Weste“ erhalten bleiben, gleichzeitig feiern die Dukes nach dem Spiel den Titelgewinn gemeinsam mit ihren treuen Fans. Im Rahmen der Meisterfeier überreicht der Ligaobmann dann den Meisterpokal und ehrt den MVP Offense und den MVP Defense. Bei einer Verlosung sind einmal sechs bzw. einmal vier Plätze für einen Oktoberfesttisch zu gewinnen und zudem zwei VIP-Tickets für das Aufstiegsspiel der Dukes am 1. Oktober gegen die Rhein Neckar Bandits. Für die geladenen Gäste, sowie Helfer und Spieler wird ein Spanferkel gegrillt. Nachdem das Spiel unter dem Motto „Bayerische Tracht“ steht, erhält jeder, der in Tracht kommt, ermäßigten Eintritt.

Simone zur WM im Flag-Football

Nicht dabei sein wird Mark Simone, der für Italien bei einer WM zum Einsatz kommt. Der Franko-Kanadier zählt nämlich zum Aufgebot der Azzurri bei den Welttitelkämpfen im Flag-Football. Diese sollten ursprünglich auf den Bahamas stattfinden, wurde aber kurzfristig in die USA verlegt. So macht sich Simone auf den Weg nach Miami, zu den Playoffs wird er aber wieder in Ingolstadt sein.

Zu dem Spiel in Rothenburg gab es anschließend wenig zu sagen, gingen bei den Verantwortlichen die Gedanken schon weiter. „Wir fokussieren uns jetzt schon auf Playoffs. Heute war das eine rundum gelungene Fahrt nach Rothenburg ob der Tauber“, hatte Haaf die Partie schnell abgehakt. Ravensburg dürfte ihn und seine Trainerkollegen nur insofern beschäftigen, dass man keine weiteren verletzten Spieler mehr riskieren will, weshalb möglicherweise auch der eine oder andere Akteur – wie schon bei den Knights – geschont wird. An das nach Terminplan noch angesetzte Wiederholungsspiel in Kirchdorf verschwendet niemand auch nur einen Gedanken, dann die Partie ist inzwischen absolut überflüssig geworden. Möglicherweise besteht in Kürze auch niemand mehr auf eine Wiederholung, doch das liegt nicht in den Händen der Dukes.

Playoffs gegen die Rhein Neckar Bandits

Die beschäftigen sich in erster Linie mit den Rhein Neckar Bandits, nachdem das Team aus Mannheim seit Samstag endgültig als Tabellenletzter der GFL 1 feststeht. Mit 0:26 Punkten und einem Touchdown-Verhältnis von 150:656 dürften sie den Dukes nicht wirklich Angst einjagen, aber Playoff-Spiele haben immer ihre eigenen Gesetze, weil man sich da – im Gegensatz zum Ligen-Spielbetrieb – auch keinen einmaligen Ausrutscher erlauben darf. Aber immer wenn es in dieser Saison galt, waren die Spieler mit einer professionellen Einstellung auf dem Platz, so dass wenig Anlass zur Sorge besteht.

Der Verlauf der Partie in Rothenburg ist schnell erzählt. Die Mittelfranken verteilten schon frühzeitig ein paar „Gastgeschenke“ in Form von Fumbles und Interceptions. Davon profitierten Simon Schwetz, Jerome Morris und Patrick Engelhardt, die schon im ersten Viertel eine 21:0-Führung auf die Anzeigetafel zauberten. Andrew Blakley, Sammy Farghali und Mark Simone schraubten den Vorsprung bis zur Pause auf 42:0.

Jetzt begann die Zeit der munteren Wechsel und Umstellungen bei den Dukes, worunter verständlicherweise der Spielfluss litt – was die Gastgeber vor einer schlimmeren Schlappe bewahrte. Erneut Simone und Sammy Farghali waren noch für die Dukes erfolgreich, bei den Knights sorgten Dean Hufnagel und David Akins dafür, dass das vorerst letzte Zweitliga-Spiel nicht komplett trostlos zu Ende ging.

Dukes demontieren die Wildcats zum zweiten Mal – Verletzung von Samuel trübt 41:18-Triumph

Was für eine tolle Vorstellung der Dukes! Auch im zweiten Spiel gegen die Kirchdorf Wildcats waren die Ingolstädter in allen Belangen überlegen und übernahmen mit einem eindrucksvollen 41:18-Erfolg die Tabellenführung. Dabei ging der Blick der 2600 begeisterten Fans immer Mal zum Himmel, weil sich mehrfach dicke Wolken über das ESV-Stadion schoben. Immerhin hatte ein Gewitter den verdienten Triumph im Hinspiel verhindert, weil die Partie – allerdings unter fragwürdigen Umständen – damals zwei Minuten vor dem Ende wegen eines aufziehenden Gewitters abgebrochen wurde.rlam_059_i1650319634x634_399_10752

Die Kirchdorfer verteidigten den Abbruch vor sechs Wochen damit, dass sie in den verbleibenden zwei Minuten ja ein besseres Ergebnis hätten erzielen können, was angesichts der Hilflosigkeit ihres Teams in den vorangegangenen 46 Spielminuten zumindest verwunderte. Zum Glück gaben die Dukes am Samstag die richtige Antwort und zeigten den Niederbayern zum zweiten Mal ihre Grenzen auf.

„Wir sind natürlich mit großem Selbstvertrauen in dieses Spiel gegangen, weil wir im Hinspiel schon klar besser waren“, freute sich Nachwuchstalent Jan Hochschild, der dieses Mal zu den besten Spielern auf dem Platz gehörte und seine tolle Leistung mit zwei Touchdowns in der ersten Halbzeit krönte. „Bei manchen Spielern war sicher noch eine gewisse Wut vorhanden, aber bei mir nicht“, bestätigte er.

Die Dukes gingen nicht nur hoch konzentriert in die Partie, sondern auch sehr besonnen, so dass nie große Hektik aufkam. Das Spiel blieb jederzeit ausgesprochen fair, alle Bedenken, dass es aufgrund der Vorgeschichte in diesem Gipfeltreffen der GFL2 rau und unfair zur Sache gehen könnte, erwiesen sich als unbegründet. Die Gästespieler verhielten sich ausgesprochen sportlich und erkannten den verdienten Sieg der Dukes nach dem Spiel auch an.

So war denn auch Defense-Koordinator Mike Wittmann zufrieden mit dem Spielverlauf. „Ich habe 14 Tage lang gepredigt, dass wir die Emotionen aus dem Spiel lassen müssen, denn Strafen können so ein Spiel kaputt machen“, schildert er. „Sicher habe ich auch Dinge gesehen, die wir noch verbessern können“, zeigte sich Headcoach Eugen Haaf erneut als Perfektionist, „aber wir dürfen nicht immer nur jammern. Immerhin haben wir gegen eine Mannschaft, die alles getan hat, um oben zu stehen, mit 41:18 gewonnen. Die haben wir heute weggehaut, die haben kein Land gesehen.“

Er und sein Trainerteam haben dem Kirchdorfer US-Proficoach Dustin Daniels erneut eine Lektion erteilt – und das, ohne irgendwann Probleme zu bekommen. „Wir hatten noch einen Plan B und einen Plan C, aber darauf mussten wir gar nicht zurückgreifen, weil die Kirchdorfer fast mit der gleichen Taktik agiert haben wie im Hinspiel“, wunderte er sich. Einer Taktik, die völlig wirkungslos war und den Dukes gegen Ende sogar ermöglichte, noch ihre Backups ins Rennen zu schicken. Und auch Offense-Koordinator Roland Ertl bestätigte, dass die Wildvats den Dukes in die Karten spielten: „Wir konnten unseren Gameplan beibehalten, weil die Wildcats nichts an ihrer Taktik geändert haben.“

Einen#90-David-Bada Schwachpunkt gab es an diesem Tag keinen im Team der Dukes, dafür aber eine Reihe von Akteuren, die sich besonders in Szene setzten. Neben Hochschild war das einmal mehr Quarterback Rick Webster, der seinen Gegenüber Brady Huber um Längen übertraf, wozu aber auch die Offense Line erneut einen wesentlichen Beitrag leistete. „Die Jungs haben heute überragend gespielt. Das sind die ungenannten Helden, die es überhaupt erst möglich machen, dass der Quarterback so aufspielen kann“, schwärmte Haaf in den höchsten Tönen. Großes Lob muss auch David Bada gezollt werden, der den Kirchdorfer Quarterback ein ums andere Mal von den Beinen holte. „Er hat heute überragend aufgespielt“, lobte Haaf seinen Abwehr-Koloss.

Die Dukes hatten allen Grund glücklich und zufrieden zu sein – wenn da nicht eine bittere Szene kurz vor der Halbzeit gewesen  wäre. Top-Receiver Richard Samuel riss sich ohne Einwirkung eines gegnerischen Spielers die Achillessehne und fällt damit für den Rest der Saison. „Das ist besonders bitter, weil er auch ein Supertyp ist“, zeigte sich nicht nur Ertl geschockt. Auch Haaf traf der Ausfall seines erfolgreichsten Angreifers hart: „Genau so einen Mann brauchen wir in der Relegation. Es tut mir furchtbar leid für Sweetfeet, aber zum Glück haben wir mit Mark Simone und Andrew Blakley Spieler, die in seine Rolle schlüpfen können. Fest steht, dass wir Sweetfeet jetzt nicht in die USA zurückschicken, wir lassen ihn nicht fallen.

Bevor ihn den schwere Schlag traf hatte Samuel noch seinen zwölften Touchdown in dieser Saison erzielt. Die übrigen Punkte für die Dukes sammelten Jerome Morris mit zwei Läufen in die Endzone und Simone. Die Fans hatten nach Spielschluss allen Grund ihre Lieblinge zu feiern, was sie auch ausgiebig taten und was die Trainer zufrieden zur Kenntnis nahmen. „Diese Kulisse war schon beeindruckend. Selbst in der 1. Liga findet man ein solches Publikum nur ganz selten“, freute sich Ertl.

Wichtig ist nun, dass die Dukes nach diesem tollen Erfolg die Zügel nicht schleifen lassen und genauso konzentriert weitermachen. Denn schon am kommenden Sonntag (15 Uhr) wartet bei den Nürnberg Rams ein Team, das den Dukes gerne ein Bein stellen würde. Bleibt zu hoffen, dass sich dann auch wieder viele Fans auf den Weg in die Frankenmetropole machen, um den neuen Tabellenführer lautstark zu unterstützen.

 

Doppelter Grund zur Freude bei den Dukes

Eitel Sonnenschein herrschte am Sonntagnachmittag bei den Ingolstadt Dukes. Aber weniger, wegen eines glanzlosen 37:13-Sieges bei den München Rangers, sondern vielmehr wegen des Ausrutschers des großen Konkurrenten Kirchdorf Wildcats in Gießen.

20160717-defense2Denn dadurch hat sich über Nacht die Ausgangsposition im Kampf um die Meisterschaft in der Zweiten Bundesliga deutlich verbessert. Jetzt müssen die Dukes nur ihr Heimspiel am 6. August gegen Kirchdorf gewinnen, dann könnte das fragwürdige Wiederholungsspiel bei den Niederbayern hinfällig sein.

Sicherlich ist bis dahin noch ein langer Weg zu gehen, doch die Wut und Enttäuschung verschwinden so langsam aus den Köpfen der Spieler – auch wenn das am Sonntagnachmittag vielleicht noch nicht ganz der Fall war. „Da waren einige mit dem Kopf vielleicht noch bei dem Kirchdorfer Ausrutscher“, vermutet Defense-Koordinator Mike Wittmann und mahnt gleichzeitig an: „Wir müssen unsere Spiele auch erst noch spielen, wir können genauso noch Federn lassen wie die Wildcats.“

So gesehen waren die Trainer mit der Vorstellung im Dantestadion durchaus zufrieden, auch wenn sie von der Partie wenig begeistert waren. „Das war eine richtig zähe, langwierige, fast schon pomadige Geschichte und hat sich wie eine Ewigkeit angefühlt“, resümierte auch Headcoach Eugen Haaf. Das war sicher nicht schön anzuschauen, aber du musst auch so ein Spiel gewinnen.“

Wittmann wusste a20160717-dfansuch, warum die Begegnung kaum jemand von den Sitzen riss: „Die Rangers haben uns mit ihrer Spielweise eingeschläfert, und wir haben uns ihrem Tempo angepasst.“ Was aber der Stimmung unter den mitgereisten Dukes-Fans keinen Abbruch tat. Immer wieder feuerten sie ihr Team lautstark an und waren gegenüber den Münchner Fans deutlich im Vorteil. „Das war ein super Support, wir freuen uns, dass wir solche Fans haben“, geriet Haaf ins Schwärmen und auch die Spieler registrierten das zufrieden. „Das war heute ein Heimspiel für uns“, waren sich nach der Partie alle einig.

 

20160717-krejcaZunächst lief es noch ganz gut für die Dukes, denn Dominique Kandolo und Timo Benschuh sorgten für eine beruhigende 13:0-Führung nach dem ersten Viertel. Dann aber gab es die eine oder andere Nachlässigkeit in der sonst so zuverlässigen Defensive, so dass Quarterback Giorgio Bryant verkürzen konnte. Einer der spektakulären Läufe von Richard Samuel brachte den 19:7-Halbzeitstand. Sebastian Fürbacher für die Dukes und der völlig frei stehende Tim Heuberger für die Gastgeber stellten vor dem letzten Durchgang den 25:13-Zwischenstand her.

 

Dann z2016-06-04_Wittmannogen die Dukes die Zügel noch einmal an und schraubten das Resultat durch Benschuh und den diesmal sehr auffälligen Marc Simone auf ein standesgemäßes 37:13. „Vom Ergebnis her bin ich zufrieden, das war eine klare Angelegenheit“, meinte Haaf, während Wittmann die 13 Punkte der Rangers ein wenig zu schaffen machten: „Wir haben gegen Kirchdorf nur sechs Punkte hinnehmen müssen, und die sind um Klassen besser. So gesehen kann ich nicht ganz zufrieden sein. Aber man muss auch sehen, dass wir in den letzten zwei Wochen nur einmal trainiert haben. Da geht der Rhythmus schon ein wenig verloren. Aber wir mussten den Spielern auch mal eine Pause geben.“ Am kommenden Samstag (19 Uhr im ESV-Stadion) im Heimspiel gegen die Münchner wird man sicherlich wieder ein schwungvolleres Ingolstädter Team zu sehen bekommen.

201607-wild

Klare Angelegenheit: Dukes gewinnen 42:3 in Gießen

Der Spielabbruch von Kirchdorf hat bei den Dukes keine Spuren hinterlassen. Bei den Gießen Golden Dragons zeigten die Herzöge, dass sie sich auch durch fragwürdige Entscheidungen nicht von ihrem Siegeszug abbringen lassen und landeten einen eindrucksvollen 42:3 (7:3, 7:0, 14:0, 14:0)-Erfolg.

13582142_1113088192084492_5956142397636793368_o„Wir haben heute die richtige Antwort gegeben“, zeigte sich Defense-Koordinator Mike Wittmann hochzufrieden und auch der für die Offense zuständige Roland Ertl lobte den vorbildlichen Einsatz seiner Akteure. Dabei musste Ertl diesmal auf einen seiner wichtigsten Spieler verzichten. Der angeschlagene Top-Receiver Richard Samuel wurde geschont, um seine Verletzung auszukurieren. Für ihn stand diesmal Andrew Blakley in der Startformation und erwies sich dabei als zuverlässiger Ersatz. „Auf ihn kann ich mich immer verlassen“, strahlte Headcoach Eugen Haaf und freute sich dabei besonders über die Tatsache, dass er in dieser einseitigen Begegnung alle mitgereisten 40 Akteure einsetzen konnte.

Von Beginn an dominierten die Dukes, die erneut bärenstarke Abwehr hatte alles im Griff. So gelang den Golden Dragons lediglich ein Fieldgoal durch Andre Buarque. Zu dem Zeitpunkt führten die Dukes aber schon 7:0, weil Jan Hochschild einen Pass aus sechs Yards ungestört in der Endzone aufnehmen konnte. Durch Blakley erhöhten sie noch vor der Pause auf 14:3.

Zeit für das Trainerteam der Dukes, jetzt ein paar Umstellungen vorzunehmen und neue Varianten zu testen. Als Webster den Ball geschickt über die Verteidiger lupfte, erhöhte der freistehenden Timo Benschuh auf 21:3. Und wenig später bediente der Dukes-Quarterback noch einmal Blakley, der für das 28:3 verantwortlich zeichnete.

Nun durfte sich auch Webster noch etwas schonen, denn Joshua Morgan übernahm nun die Rolle des Quarterbacks. Und er tat das gewohnt zuverlässig, sein Zuspiel auf Mark Simone, der mit dem Ball in die Endzone lief, war zunächst aber vergebens, weil die Unparteiischen zuvor ein Foul gesehen hatten. Was Morgan aber wenig störte, dann lief er beim nächsten Angriff eben selbst mit dem Ball in die Endzone – 35:3.

ral_718_i1638098634x634_399_10680Die Zeit des Experimentierens war damit aber noch nicht vorbei, mit Simone durfte sich jetzt der dritte Spieler als Quarterback präsentieren. Und der Italo-Kanadier tat das nicht minder eindrucksvoll und stellte mit seinem ersten Touchdown für seinen neuen Verein den 42:3-Endstand her. „Wir haben heute gleich drei Quarterbacks eingesetzt, das ist auch nicht gerade alltäglich“, freute sich Haaf über die vielen taktischen Möglichkeiten, die sich den Dukes damit eröffnen.

Die Hoffnungen des Trainerteams auf Schützenhilfe der Franken Knights allerdings erfüllten sich nicht, weil das durch zwei US-Importe kurzfristig verstärkte Team aus Rothenburg ob der Tauber sein Heimspiel gegen Kirchdorf am Samstagabend mit 0:41 verlor.

Viele Fragen nach triumphalem – aber eventuell wertlosem – Sieg der Dukes

Was für ein phänomenaler Triumph der Dukes! Mit 28:6 haben sie am Samstag das Spitzenspiel bei den Kirchdorf Wildcats gewonnen und sich damit als absolutes Top-Team der GFL2 erwiesen. Im Duell zweier noch ungeschlagener Mannschaften präsentierten sich die Herzöge in hervorragender Form und stellten damit eigentlich schon die Weichen für die Meisterschaft in der GFL 2. Eigentlich, denn ein Spielabbruch 121 Sekunden vor dem Ende wirft nun viele Fragen auf.

Denn ob das Spiel nun mit diesem Resultat gewertet wird, oder ob die Partie neu angesetzt wird, muss jetzt Liga-Obmann Thorsten Schulz aus Bonn entscheiden. Die Partie lag in den letzten Zügen und war längst entschieden, als sich am Horizont ein Gewitter ankündigte. Die Schiedsrichter unterbrachen deshalb die Partie und berieten, wie man weiter vorzugehen habe. Daraufhin suchte Dukes-Headcoach Eugen Haaf das Gespräch mit dem Hauptschiedsrichter und Wildcats-Coach Dustin Daniels.

20160625-scoreboard„Ich habe dabei zusammen mit meinem Offense-Koordinator Roland Ertl ein Gentlemen´s Agreement angeboten, dass wir das Spiel nicht mehr zu Ende führen und der aktuelle Spielstand als Endstand gewertet wird. Aber der Kirchdorfer Trainer hat dies sofort abgelehnt“, beschreibt Haaf, worüber dabei geredet wurde. Die Schiedsrichter ordneten deshalb erst einmal eine Unterbrechung an, um abzuwarten, ob sich das Wetter wieder bessert.

 

 

Im Nachhinein muss man sagen: Die ganze Zeit hätte man durchaus nutzen und die zwei Minuten runterlaufen lassen können. Selbst im Liveticker der Wildcats wurde dazu vermeldet:

18:24 Uhr: Die Refs haben die Spieler in die Kabine geschickt. Jetzt alle wieder geholt. Und nun werden sie wieder rein geschickt.

18:29 Uhr: Es verbleiben noch 2:01 Minuten auf der Uhr. Das Spiel wird fortgesetzt, sobald das Gewitter vorbei ist. Momentan ist es allerdings noch nicht mal da.

18:34 Uhr: Jetzt zieht heftiger Sturm auf.

Genau 10 Minuten also, die zum Absolvieren der verbliebenen 121 Sekunden locker gereicht hätten. Danach warteten die Ingolstädter Spieler noch über eine Stunde in ihren Trikots darauf, was weiter passieren würde, während etliche Kirchdorfer ihre Trikots längst schon abgestreift hatten.

Punkt 19.25 Uhr verkündeten die Refs dann, dass das Spiel endgültig abgebrochen wird, weil die Sicherheit aller Beteiligten noch immer nicht gewährleistet sei. Die Entscheidung darüber, wie die Partie nun gewertet wird, liege nun in den Händen des Liga-Obmanns.

20160625-defenseDadurch rückte die hervorragende Leistung der Dukes erst einmal in den Hintergrund, dennoch muss man allen Spielern und Verantwortlichen ein großes Lob aussprechen für eine Leistung, die eigentlich nicht hoch genug bewertet werden kann. Für den Erfolg in einer so wichtigen Begegnung sind natürlich in erster Linie die Spieler verantwortlich, aber dabei spielt auch die vom Trainerteam ausgetüftelte Strategie eine ganz entscheidende Rolle. Und dabei erwiesen sich Headcoach Eugen Haaf und seine Trainer-Crew als haushoher Punktsieger. Ihre Taktik ging zu 100 Prozent auf, die Hausherren fanden überhaupt keine Einstellung zu den Dukes. Und nachdem Patrick Mahnke den ansonsten überragenden Wide Receiver Alex Gillett (bisher schon 24 Touchdowns) komplett abmeldete und die Defense auch Quarterback Bradley Huber immer wieder rechtzeitig stören konnte, erwies sich der Angriff der Wildcats nur als laues Lüftchen.

Nach einem verwirrenden Trickspielzug gelang Timo Benschuh kurz vor Ende des ersten Viertels die Führung, die Richard Samuel durch zwei weitere Touchdowns bis zur Pause auf 20:0 ausbauen konnte. Die Dukes wurden von ihren Coaches eindringlich darauf hingewiesen, jetzt nur nicht nachzulassen und weiter konzentriert zu bleiben. Das taten sie dann auch und Mahnke mit einem Interception-Touchdown erhöhte auf 28:0. Wahrlich eine Demütigung für die Wildcats und ihre frustrierten 1000 Fans, die wenigstens noch einen Touchdown durch Jakob Mühlthaler bejubeln konnten. 6:28 – eine kleine Ergebniskorrektur, mehr nicht.

Wenn da nicht das unrühmliche Ende einer Partie gekommen wäre, die beim Sieger für Frust und Ärger gesorgt und beim hoffnungslos überforderten Verlierer neue Hoffnung geweckt hat. Bleibt zu hoffen, dass eine sportlich faire Entscheidung getroffen wird und der Football nicht mit Füßen getreten wird.

 

Spielplan der Ingolstadt Dukes
Spielplan Dukes

Comments

0